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Arbeitsrechte in Griechenland

Mitarbeiterrechte und -schutz

Entdecken Sie die Rechte der Arbeitnehmer und den Schutz gemäß dem Arbeitsrecht von Griechenland.

Griechenland rights overview

Griechenland verfügt über einen robusten rechtlichen Rahmen, der dazu dient, die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen und eine faire Behandlung in verschiedenen Sektoren sicherzustellen. Diese Schutzmaßnahmen sind im nationalen Recht verankert, orientieren sich an den Richtlinien der Europäischen Union und decken ein breites Spektrum an Beschäftigungsaspekten ab, vom Zeitpunkt der Unterzeichnung eines employment contract bis zu seiner Beendigung. Das Verständnis dieser Rechte ist sowohl für Arbeitgeber in Griechenland als auch für die von ihnen eingestellten Arbeitnehmer entscheidend, um die Einhaltung der Vorgaben zu gewährleisten und ein positives Arbeitsumfeld zu fördern.

Die gesetzlichen Schutzmaßnahmen zielen darauf ab, klare Standards für Arbeitsbedingungen zu setzen, ungerechtfertigte Kündigungen zu verhindern, Diskriminierung zu bekämpfen und Mechanismen zur Beilegung von Konflikten am Arbeitsplatz bereitzustellen. Die Einhaltung dieser Vorschriften ist verpflichtend und unterliegt der Aufsicht der zuständigen Behörden.

Kündigungsrechte und -verfahren

Die Kündigung eines Arbeitsvertrags in Griechenland unterliegt spezifischen gesetzlichen Anforderungen, insbesondere bei unbefristeten Verträgen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer haben Rechte und Pflichten bezüglich der Kündigungsfristen und Abfindungen. Eine fristlose Kündigung ohne triftigen Grund kann für den Arbeitgeber erhebliche Haftungsrisiken mit sich bringen.

Bei Arbeitnehmern mit unbefristeten Verträgen hängen die erforderliche Kündigungsfrist und die Abfindung von der Dauer der Beschäftigung beim Arbeitgeber ab.

Dauer der Beschäftigung Kündigungsfrist (Arbeitgeber an Arbeitnehmer) Abfindung (Arbeitgeber an Arbeitnehmer)
Bis 1 Jahr Keine Kündigungsfrist Keine Abfindung
1 bis 2 Jahre 1 Monat 1 Monatsgehalt
2 bis 5 Jahre 2 Monate 2 Monatsgehälter
5 bis 10 Jahre 3 Monate 3 Monatsgehälter
Mehr als 10 Jahre 4 Monate 4 Monatsgehälter

Hinweis: Die Berechnung der Abfindung kann komplex sein und durch Faktoren wie das Gehalt des Mitarbeiters und die speziellen Umstände der Kündigung beeinflusst werden.

Arbeitgeber müssen eine schriftliche Kündigung aussprechen. Im Fall einer fristlosen Kündigung (außerordentliche Kündigung) ist der Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet, das Doppelte der gesetzlichen Abfindung zu zahlen, sofern kein triftiger Grund vorliegt, der einen schweren Verstoß des Mitarbeiters darstellt. Arbeitnehmer haben auch das Recht, ihren Vertrag zu kündigen, was in der Regel eine kürzere Kündigungsfrist erfordert, abhängig von den vertraglichen Vereinbarungen oder Tarifverträgen.

Antidiskriminierungsgesetze und -durchsetzung

Das griechische Recht verbietet strikt Diskriminierung im Arbeitsleben aufgrund verschiedener geschützter Merkmale. Dies gilt in allen Phasen des Arbeitsverhältnisses, einschließlich Rekrutierung, Arbeitsbedingungen, Beförderung, Weiterbildung und Kündigung.

Zu den wichtigsten geschützten Kategorien gehören:

  • Rasse oder ethnische Herkunft
  • Religion oder Überzeugungen
  • Behinderung
  • Alter
  • Sexuelle Orientierung
  • Geschlechtsidentität
  • Geschlecht (einschließlich Schwangerschaft und Mutterschaft)
  • Familienstand
  • Politische Überzeugungen
  • Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft

Arbeitnehmer, die glauben, Opfer von Diskriminierung geworden zu sein, können auf verschiedenen Wegen Rechtsschutz suchen, darunter interne Verfahren im Unternehmen, Arbeitsinspektionen und die Gerichte. Der griechische Ombudsmann und die Hellenic Authority for Equality sind ebenfalls wichtige Stellen, die die Gleichstellung fördern und Diskriminierungsbeschwerden untersuchen.

Standards und Vorschriften zu Arbeitsbedingungen

Das griechische Recht legt klare Standards für Arbeitszeiten, Pausen, Urlaubstage und Mindestlohn fest, um faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.

  • Arbeitszeit: Die gesetzliche Wochenarbeitszeit beträgt 40 Stunden, die in der Regel auf fünf Tage (je 8 Stunden) oder sechs Tage (je 6 Stunden und 40 Minuten) verteilt werden. Maximale tägliche und wöchentliche Arbeitsstunden, einschließlich Überstunden, sind geregelt.
  • Überstunden: Überstunden sind unter bestimmten Bedingungen erlaubt und werden mit höheren Entgeltssätzen vergütet, die je nach Umfang der Überstunden und Genehmigung variieren.
  • Pausen: Arbeitnehmer haben Anspruch auf tägliche Pausen zwischen Arbeitstagen und wöchentliche Ruhezeiten.
  • Jahresurlaub: Arbeitnehmer haben Anspruch auf bezahlten Urlaub, dessen Dauer mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit zunimmt.
  • Feiertage: Arbeitnehmer haben Anspruch auf bezahlten Urlaub an offiziellen Feiertagen.
  • Mindestlohn: Griechenland hat einen gesetzlichen Mindestlohn, der regelmäßig überprüft wird. Ab dem 1. Januar 2026 beträgt der Mindestlohn €1.027 pro Monat. Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass die Löhne der Arbeitnehmer diesen Mindestbetrag oder höhere Tarife, die in Tarifverträgen oder individuellen Vereinbarungen festgelegt sind, erfüllen.

Diese Standards werden vom Laboraufsicht (SEPE) durchgesetzt, das Inspektionen durchführt und Sanktionen bei Verstößen verhängen kann.

Arbeitsschutz- und Sicherheitsanforderungen

Arbeitgeber in Griechenland sind gesetzlich verpflichtet, eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung für ihre Mitarbeiter zu gewährleisten. Dazu gehören Präventionsmaßnahmen, Risikobewertungen sowie die Bereitstellung erforderlicher Schulungen und Ausrüstung.

Wichtige Arbeitgeberpflichten sind:

  • Durchführung von Risikobewertungen, die auf den konkreten Arbeitsplatz und die Tätigkeitsbereiche abgestimmt sind.
  • Umsetzung von Maßnahmen zur Beseitigung oder Minimierung identifizierter Risiken.
  • Information und Schulung der Arbeitnehmer zu gesundheits- und sicherheitsspezifischen Verfahren, die für ihre Arbeit relevant sind.
  • Bereitstellung von notwendiger persönlicher Schutzausrüstung (PSA) kostenlos.
  • Sicherstellung, dass Arbeitsstätten Mindestanforderungen bezüglich Brandschutz, Belüftung, Beleuchtung und sanitärer Einrichtungen erfüllen.
  • Einrichtung von Notfall- und Erste-Hilfe-Verfahren.
  • Ernennung eines Sicherheitsbeauftragten und, bei größeren Unternehmen, eines Betriebsarztes.

Arbeitnehmer haben ebenfalls Pflichten, wie die Einhaltung der Sicherheitsanweisungen und die Meldung von Gefahren. Die Laboraufsicht ist für die Durchsetzung der Arbeitssicherheitsvorschriften und die Untersuchung von Arbeitsunfällen verantwortlich.

Streitbeilegungsmechanismen

Bei Problemen oder Streitigkeiten am Arbeitsplatz haben Arbeitnehmer in Griechenland Zugang zu verschiedenen Mechanismen zur Lösung.

  • Interne Verfahren: Viele Unternehmen verfügen über interne Beschwerdeverfahren, die Arbeitnehmer nutzen können, um Bedenken gegenüber Management oder HR vorzubringen.
  • Laboraufsicht (SEPE): Arbeitnehmer können Beschwerden bei der Laboraufsicht einreichen, z.B. bei Verstößen gegen das Arbeitsrecht, einschließlich Fragen zu Löhnen, Arbeitszeiten, Kündigung und Gesundheitsschutz. Die Behörde kann Streitigkeiten vermitteln, Untersuchungen durchführen und Compliance durchsetzen.
  • Mediation und Schiedsverfahren: Kollektive Arbeitsstreitigkeiten können an Mediations- oder Schiedsinstitutionen verwiesen werden, etwa die Organisation für Mediation und Schiedsverfahren (OMED).
  • Gewerkschaften: Arbeitnehmer, die Mitglieder einer Gewerkschaft sind, können Unterstützung und Vertretung durch ihre Gewerkschaft in Streitfällen mit dem Arbeitgeber suchen.
  • Rechtsstreitigkeiten: Arbeitnehmer haben das Recht, Klagen vor Zivilgerichten einzureichen, um Konflikte beispielsweise wegen ungerechtfertigter Kündigung, Diskriminierung oder unbezahlter Löhne zu klären.

Diese Mechanismen bieten den Arbeitnehmern Wege, ihre Rechte durchzusetzen und sicherzustellen, dass ihre Interessen am Arbeitsplatz gewahrt werden.

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