Remote-Arbeit und flexible Arbeitsmodelle sind in der Slowakei zunehmend verbreitet, was die globalen Trends widerspiegelt und die sich entwickelnden Erwartungen der Mitarbeitenden berücksichtigt. Der Wandel hin zu Remote-Setups, beschleunigt durch aktuelle globale Ereignisse, hat sowohl Unternehmen als auch die slowakische Regierung dazu veranlasst, bestehende Arbeitsgesetze und Praktiken anzupassen, um diese modernen Arbeitsweisen zu ermöglichen. Das Verständnis des spezifischen rechtlichen Rahmens und praktischer Überlegungen ist entscheidend für Unternehmen, die Remote-Mitarbeitende innerhalb des Landes einstellen oder verwalten möchten.
Das Navigieren durch die Feinheiten des slowakischen Arbeitsrechts im Hinblick auf Remote- und flexible Arbeit erfordert sorgfältige Aufmerksamkeit für Details. Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass sie die Vorschriften bezüglich Recht auf Heimarbeit, Arbeitgeberpflichten, Datenschutz und Kostenmanagement einhalten. Dieser Leitfaden gibt einen Überblick über die wichtigsten Aspekte für 2026, bietet Einblicke in die aktuelle Landschaft und praktische Schritte für die Umsetzung.
Remote-Arbeitsvorschriften und rechtlicher Rahmen
Das slowakische Arbeitsrecht, hauptsächlich geregelt durch den Arbeitsgesetzbuch, behandelt Remote-Arbeit, die oft als "domácka práca" (Homeoffice) oder "telepráca" (Telearbeit) bezeichnet wird. Der rechtliche Rahmen unterscheidet zwischen diesen Begriffen, obwohl sie in der Praxis häufig austauschbar verwendet werden. Wichtige Bestimmungen skizzieren die Bedingungen, unter denen Remote-Arbeit ausgeführt werden kann, die Rechte der Mitarbeitenden und die Verpflichtungen der Arbeitgeber.
Mitarbeitende haben das Recht, Remote-Arbeit zu beantragen, und Arbeitgeber müssen solche Anträge prüfen, obwohl sie nicht immer verpflichtet sind, diese zu genehmigen, abhängig von der Art der Arbeit und betrieblichen Erfordernissen. Wenn Remote-Arbeit vereinbart wird, muss diese formell festgehalten werden, typischerweise durch eine Ergänzung zum Arbeitsvertrag oder eine separate Vereinbarung. Diese Vereinbarung sollte die Bedingungen der Remote-Arbeit, einschließlich Arbeitsort, Arbeitszeiten, Bereitstellung von Ausrüstung und Erstattung von Kosten, festlegen.
Die Verpflichtungen des Arbeitgebers im Rahmen der Remote-Arbeit umfassen die Sicherstellung, dass der Remote-Arbeitsplatz den Gesundheits- und Sicherheitsstandards entspricht (obwohl dieser Umfang bei privaten Haushalten begrenzt sein kann), die Bereitstellung notwendiger Ausrüstung, die Übernahme der damit verbundenen Kosten sowie die Aufrechterhaltung von Kommunikationskanälen. Arbeitgeber müssen auch das Recht des Mitarbeitenden auf Abschaltung respektieren und sicherstellen, dass die Arbeitszeitvorschriften eingehalten werden, auch in einer Remote-Umgebung.
| Aspekt | Gesetzliche Anforderungen / Überlegungen |
|---|---|
| Vereinbarung | Muss schriftlich erfolgen (Ergänzung oder separate Vereinbarung). |
| Arbeitsort | Im Vertrag festgelegt; typischerweise im Zuhause des Mitarbeitenden. |
| Arbeitszeiten | Muss dem Arbeitsgesetzbuch entsprechen; flexible Gestaltung möglich, aber klare Definition erforderlich. |
| Ausrüstung | Arbeitgeber ist in der Regel für die Bereitstellung und Wartung der notwendigen Ausrüstung verantwortlich. |
| Kosten | Arbeitgeber muss die mit der Remote-Arbeit verbundenen Kosten (z.B. Internet, Versorgung) oft pauschal abdecken. |
| Gesundheit & Sicherheit | Arbeitgeber hat Verpflichtungen, diese an die Heimarbeitsumgebung anzupassen; Mitarbeitende müssen Kooperationsbereitschaft zeigen. |
| Recht auf Abschaltung | Arbeitgeber muss das Recht des Mitarbeitenden auf Nicht-Verfügbarkeit außerhalb der definierten Arbeitszeiten respektieren. |
| Datenschutz | Arbeitgeber muss Maßnahmen zur Datensicherheit bei Remote-Zugriffen implementieren. |
Optionen und Praktiken für flexible Arbeitsmodelle
Neben der traditionellen Vollzeit-Remote-Arbeit setzen slowakische Unternehmen zunehmend auf verschiedene flexible Arbeitsmodelle, um die Mitarbeitendenzufriedenheit und Produktivität zu steigern. Diese Modelle erlauben Mitarbeitenden mehr Kontrolle über ihren Arbeitszeitplan und Arbeitsort, sofern die betrieblichen Anforderungen erfüllt werden.
Häufige flexible Arbeitsoptionen umfassen:
- Hybridarbeit: Mitarbeitende teilen ihre Zeit zwischen Remote-Arbeit und Arbeit im Büro. Das konkrete Verhältnis (z.B. 2 Tage remote, 3 Tage Büro) wird meist zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitendem oder durch Unternehmensrichtlinien festgelegt.
- Gleitzeit: Mitarbeitende haben Kernarbeitszeiten, in denen sie erreichbar sein müssen, können aber ihre Start- und Endzeiten innerhalb eines festgelegten Rahmens frei wählen, solange sie ihre täglichen oder wöchentlichen Stunden erfüllen.
- Kompakte Arbeitswoche: Mitarbeitende arbeiten ihre volle Arbeitszeit in weniger als fünf Tagen (z.B. 40 Stunden in vier 10-Stunden-Tagen).
- Job Sharing: Zwei oder mehr Teilzeitbeschäftigte teilen sich eine Vollzeitstelle.
Die Umsetzung flexibler Modelle erfordert klare Richtlinien, effektive Kommunikationstools und eine Kultur des Vertrauens. Arbeitgeber müssen Erwartungen hinsichtlich Verfügbarkeit, Zusammenarbeit und Leistungsbeurteilung definieren, unabhängig davon, wo oder wann gearbeitet wird. Technologie spielt eine entscheidende Rolle, um nahtlose Übergänge zwischen Standorten zu ermöglichen und die Kommunikation in verteilten Teams zu erleichtern.
| Flexibles Modell | Beschreibung | Praktische Überlegungen |
|---|---|---|
| Hybridarbeit | Mischung aus Remote- und Bürotätigkeit. | Büro-Tage/Frequenz festlegen, angemessenen Büroraum sicherstellen, Teamkoordination steuern. |
| Gleitzeit | Flexible Start-/Endzeiten um Kernarbeitszeiten. | Kernzeiten festlegen, Flexibilitätsbereich definieren, Abdeckung für essentielle Aufgaben gewährleisten. |
| Kompakte Woche | Volle Stunden in weniger Tagen. | Eignung für die Rolle prüfen, potenziellen Burnout managen, interne/externale Abdeckung sicherstellen. |
| Job Sharing | Zwei+ Mitarbeitende teilen eine Rolle. | Klare Aufgabenverteilung, gute Kommunikation, kontinuierlicher Übergabeprozess. |
Datenschutz und Privatsphäre bei Remote-Mitarbeitenden
Datenschutz ist ein entscheidender Aspekt bei der Führung von Remote-Teams in der Slowakei und wird durch die DSGVO sowie lokale Datenschutzgesetze geregelt. Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass Unternehmensdaten bei Zugriff und Verarbeitung durch Mitarbeitende außerhalb des traditionellen Büros geschützt sind.
Wichtige Aspekte umfassen:
- Sicherer Zugriff: Implementierung sicherer Methoden für Remote-Zugriffe, z.B. VPNs, Multi-Faktor-Authentifizierung und sichere Netzwerkkonfigurationen.
- Gerätesicherheit: Sicherstellen, dass Remote-Geräte (Laptops, Smartphones) durch starke Passwörter, Verschlüsselung und aktuelle Sicherheitssoftware geschützt sind. Richtlinien sollten die Nutzung persönlicher Geräte (BYOD - Bring Your Own Device) versus firmeneigener Geräte regeln.
- Datenhandhabungsrichtlinien: Mitarbeitende schulen, wie mit sensiblen Daten umzugehen ist, inklusive Speicherung nur auf genehmigten Systemen, Vermeidung öffentlicher WLAN-Netze für vertrauliche Aufgaben und Erkennung von Phishing-Angriffen.
- Physische Sicherheit: Mitarbeitende beraten, wie Dokumente und Geräte im Haushalt sicher aufbewahrt werden, um unbefugten Zugriff zu verhindern.
- Überwachung: Falls Mitarbeitenden-Überwachung eingesetzt wird, muss sie strengen gesetzlichen Vorgaben bezüglich Verhältnismäßigkeit, Transparenz und Zustimmung bzw. Rechtfertigung durch berechtigtes Interesse genügen. Mitarbeitende sind über Art und Umfang der Überwachung zu informieren.
Arbeitgeber tragen die Verantwortung für die Umsetzung technischer und organisatorischer Maßnahmen, um ein angemessenes Sicherheitsniveau im Hinblick auf die Risiken zu gewährleisten, unter Berücksichtigung der besonderen Herausforderungen bei Remote-Arbeit.
Ausrüstung und Kostenübernahme
Gemäß dem slowakischen Recht sind Arbeitgeber grundsätzlich dafür verantwortlich, die notwendige Ausrüstung für Mitarbeitende bereitzustellen, einschließlich bei Remote-Arbeit. Dazu zählen typischerweise Laptops, Monitore, Tastaturen und eventuell Mobiltelefone oder Internetzugang.
Was die Kosten betrifft, schreibt das Arbeitsgesetzbuch vor, dass Arbeitgeber die in Zusammenhang mit der Arbeit anfallenden Kosten übernehmen müssen. Für Remote-Mitarbeitende bedeutet dies häufig die Übernahme eines Anteils der Nebenkosten (Strom, Heizung) und des Internetzugangs. Während genaue rechtliche Definitionen für diese Erstattungen komplex sein können, wählen viele Arbeitgeber eine Pauschale, um die wiederkehrenden Ausgaben zu decken, was die Verwaltung erleichtert. Diese Pauschale sollte vereinbart und dokumentiert werden.
Richtlinien sollten klar festlegen:
- Welche Ausrüstung vom Arbeitgeber bereitgestellt wird.
- Verfahren für Wartung und Reparatur der Ausrüstung.
- Das Verfahren und die Höhe der Kostenerstattung (z.B. monatliche Pauschale).
- Wie bei notwendigen Verbrauchsmitteln (z.B. Druckerfarbe, Papier) vorzugehen ist, falls zutreffend.
- Verfahren für die Rückgabe der Ausrüstung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
Klare und transparente Richtlinien verhindern Missverständnisse und sorgen für die Einhaltung der gesetzlichen Verpflichtungen des Arbeitgebers bezüglich der Übernahme von arbeitsbezogenen Kosten.
Infrastruktur für Remote-Arbeit und Konnektivität
Eine robuste technische Infrastruktur ist grundlegend für eine erfolgreiche Umsetzung von Remote-Arbeit in der Slowakei. Diese umfasst nicht nur die Bereitstellung geeigneter Geräte, sondern auch eine zuverlässige Verbindung und Zugang zu erforderlicher Software und Plattformen.
Wichtige technische Aspekte sind:
- Konnektivität: Mitarbeitende benötigen stabile und ausreichend schnelle Internetzugänge am Remote-Arbeitsort. Während Arbeitgeber möglicherweise zu den Kosten beitragen, kann die Verfügbarkeit und Qualität der Internetinfrastruktur regional variieren.
- Kollaborationstools: Standardisierung und Nutzung von Plattformen für Zusammenarbeit (z.B. Videokonferenzen, Messaging, Projektmanagement-Software), um Kommunikation und Teamarbeit zu fördern.
- Cloud-Dienste: Einsatz sicherer cloud-basierter Anwendungen und Speicherlösungen ermöglicht Mitarbeitenden den Zugriff auf Dateien und Software von überall.
- IT-Support: Bereitstellung eines zugänglichen und effizienten IT-Supports für Remote-Mitarbeitende zur Fehlerbehebung bei Hardware, Software oder Verbindung.
- Sicherheitssoftware: Sicherstellung, dass alle Remote-Geräte mit entsprechender Sicherheitssoftware ausgestattet sind, inklusive Antivirus, Firewalls und ggf. Endpoint Detection and Response (EDR)-Lösungen.
Arbeitgeber sollten die technologischen Bedürfnisse ihrer Remote-Arbeitskräfte bewerten, passende Tools und Support bereitstellen sowie Richtlinien für den Technologieneinsatz aufstellen, um Produktivität, Sicherheit und reibungslose Abläufe zu gewährleisten.
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