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Arbeitsrechte in Portugal

Mitarbeiterrechte und -schutz

Entdecken Sie die Rechte der Arbeitnehmer und den Schutz gemäß dem Arbeitsrecht von Portugal.

Portugal rights overview

Portugal verfügt über einen robusten rechtlichen Rahmen, der dazu dient, die Rechte zu schützen und eine faire Behandlung der Arbeitnehmer zu gewährleisten. Diese Schutzbestimmungen sind im portugiesischen Arbeitsgesetzbuch und verschiedenen anderen Regelungen verankert und spiegeln ein Engagement wider, gerechte und sichere Arbeitsumfelder aufrechtzuerhalten. Das Verständnis dieser Rechte ist sowohl für Arbeitgeber, die im Land tätig sind, als auch für Personen, die nach portugiesischem Recht beschäftigt sind, von entscheidender Bedeutung.

Der rechtliche Schutz umfasst eine Vielzahl von Aspekten des Beschäftigungsverhältnisses, von der ersten Einstellung bis zur Kündigung, einschließlich Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Sicherheit sowie dem Recht auf Diskriminierungsfreiheit. Die Einhaltung dieser Standards ist verpflichtend und unterliegt der Überwachung durch die zuständigen Behörden.

Kündigungsrechte und -verfahren

Die Beendigung eines Arbeitsvertrags in Portugal unterliegt spezifischen rechtlichen Anforderungen, die je nach Vertragsart und Kündigungsgrund variieren. Arbeitgeber müssen vorgeschriebene Verfahren einhalten, um die Rechtmäßigkeit zu gewährleisten.

Gängige Gründe für eine vom Arbeitgeber initiierte Kündigung sind:

  • Billiger Grund, der dem Arbeitnehmer zuzurechnen ist (z.B. schwerwiegendes Fehlverhalten).
  • Betriebliches Kündigungsrecht (basierend auf Markt-, Struktur- oder Technologiefaktoren).
  • Kündigung aufgrund der Abschaffung der Arbeitsstelle.
  • Kündigung aufgrund der Ungeeignetheit des Arbeitnehmers für die Position.

Kündigungsfristen sind für bestimmte Arten der Kündigung obligatorisch, insbesondere wenn die Kündigung vom Arbeitgeber ohne billigen Grund, der dem Arbeitnehmer zuzurechnen ist, eingeleitet wird (z.B. betriebliche Kündigung, Stelleinführung, Ungeeignetheit). Die erforderliche Kündigungsfrist hängt von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab.

Dauer der Betriebszugehörigkeit Kündigungsfrist (vom Arbeitgeber initiiert)
Bis zu 1 Jahr 15 Tage
1 bis 5 Jahre 30 Tage
5 bis 10 Jahre 60 Tage
10 Jahre oder mehr 75 Tage

Das Unterlassen der Einhaltung der korrekten Kündigungsfrist führt in der Regel dazu, dass der Arbeitgeber Schadensersatz in Höhe des Entgelts des Arbeitnehmers für die fehlende Kündigungsfrist zahlen muss. Arbeitnehmer haben in Fällen von Kündigungen im Rahmen kollektiver Maßnahmen, Stellenabbau oder Ungeeignetheit ebenfalls üblicherweise Anspruch auf Abfindung, die auf ihrer Betriebszugehörigkeit und Vergütung basiert.

Anti-Diskriminierungsgesetze und Durchsetzung

Das portugiesische Recht verbietet strikt Diskriminierung im Beschäftigungsbereich aufgrund verschiedener geschützt­er Merkmale. Dies gilt während des gesamten Beschäftigungsprozesses, einschließlich Recruitment, Arbeitsbedingungen, Beförderungen, Schulungen und Kündigungen.

Geschützte Merkmale sind unter anderem, aber nicht beschränkt auf:

  • Abstammung
  • Alter
  • Geschlecht
  • Sexualorientierung
  • Familienstand
  • Familiäre Situation
  • Wirtschaftsstatus
  • Bildung
  • Soziale Herkunft
  • Genetisches Erbe
  • Eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
  • Behinderung
  • Chronische Erkrankung
  • Nationalität
  • Ethnischer Ursprung oder Rasse
  • Herkunftsgebiet
  • Sprache
  • Religion
  • Politische oder ideologische Überzeugungen
  • Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft

Die Durchsetzung der Anti-Diskriminierungsgesetze wird hauptsächlich von der Autoridade para as Condições do Trabalho (ACT) und der Comissão para a Igualdade no Trabalho e no Emprego (CITE) übernommen. Arbeitnehmer, die der Ansicht sind, Diskriminierung ausgesetzt zu sein, können eine Beschwerde bei diesen Stellen einreichen oder rechtliche Schritte vor den Arbeitsgerichten einleiten.

Standards und Vorschriften zu Arbeitsbedingungen

Das portugiesische Arbeitsgesetzbuch legt grundlegende Standards für Arbeitsbedingungen fest. Diese umfassen Regelungen zu Arbeitszeit, Ruhezeiten, Feiertagen und Vergütung.

  • Arbeitszeit: Die maximale Standardarbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche. Die tägliche Arbeitszeit darf in der Regel 8 Stunden nicht überschreiten. Für Überstunden gelten spezielle Regelungen, die höhere Vergütungssätze und Obergrenzen für die insgesamt geleisteten Überstunden vorsehen.
  • Ruhezeiten: Arbeitnehmer haben Anspruch auf tägliche und wöchentliche Ruhezeiten. Eine tägliche Mindestruhezeit von 11 zusammenhängenden Stunden ist grundsätzlich zwischen Arbeitstagen vorgeschrieben. Eine wöchentliche Ruhezeit von mindestens 24 zusammenhängenden Stunden ist ebenfalls obligatorisch, meist am Sonntag.
  • Feiertage: Arbeitnehmer haben Anspruch auf mindestens 22 bezahlte Arbeitstage jährlichen Jahresurlaubs. Dieser Anspruch wächst mit der Betriebszugehörigkeit. Zudem gibt es verpflichtende gesetzliche Feiertage.
  • Vergütung: Das Gesetz legt einen nationalen Mindestlohn fest, der jährlich überprüft wird. Arbeitgeber müssen mindestens den Mindestlohn oder den in anwendbaren Kollektivvereinbarungen vereinbarten Satz zahlen, je nachdem, welcher Betrag höher ist.

Vorschriften zum Betrieblichen Gesundheits- und Arbeitsschutz

Arbeitgeber in Portugal sind gesetzlich verpflichtet, die Gesundheit und Sicherheit ihrer Arbeitnehmer am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Dies beinhaltet die Maßnahmen zur Prävention und die Umsetzung von Sicherheitsverfahren.

Wichtige Verpflichtungen des Arbeitgebers sind:

  • Identifikation und Bewertung von Risiken am Arbeitsplatz.
  • Umsetzung von Maßnahmen zur Beseitigung oder Reduzierung der identifizierten Risiken.
  • Bereitstellung notwendiger persönlicher Schutzausrüstung (PSA).
  • Information und Schulung der Arbeitnehmer zu Gesundheits- und Sicherheitsrisiken sowie Präventionsmaßnahmen.
  • Gewährleistung regelmäßiger Gesundheitsüberwachung, soweit erforderlich.
  • Einrichtung interner Gesundheits- und Sicherheitsdienste oder Beauftragung externer Dienste.
  • Untersuchung von Arbeitsunfällen und berufsbedingten Krankheiten.

Die Einhaltung der Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften wird vom ACT überwacht, der Inspektionen durchführen und bei Verstößen Bußgelder verhängen kann.

Streitbeilegungsverfahren

Bei Streitigkeiten am Arbeitsplatz stehen verschiedene Mechanismen zur Verfügung, die von informellen internen Verfahren bis zu formellen rechtlichen Verfahren reichen.

  • Interne Verfahren: Viele Unternehmen verfügen über interne Beschwerdenverfahren, die Arbeitnehmer nutzen können, um Anliegen oder Beschwerden vorzubringen.
  • Mediation und Schlichtung: Die ACT bietet Mediation und Schlichtung an, um den Parteien zu einer einvernehmlichen Lösung zu verhelfen. Dies kann eine weniger formale und schnellere Alternative zu Gerichtsverfahren sein.
  • Schiedsverfahren: Streitigkeiten können auch an ein Schiedsgericht verwiesen werden, bei dem ein unparteiischer Dritter eine bindende Entscheidung trifft. Dies wird häufig angewandt, wenn beide Parteien dies vereinbaren, manchmal auch in Kollektivvereinbarungen geregelt.
  • Arbeitsgerichte: Arbeitnehmer haben das Recht, vor den Arbeitsgerichten eine Klage einzureichen, um Streitigkeiten im Zusammenhang mit ihren Beschäftigungsrechten zu klären, einschließlich Fragen zu Kündigung, Diskriminierung, Löhnen, Arbeitszeiten sowie Verletzungen von Gesundheit und Sicherheit. Die Arbeitsgerichte sind speziell auf arbeitsrechtliche Fälle ausgerichtete Gerichte.

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