Die Navigation durch Arbeitsgesetze ist für Unternehmen, die in Kolumbien tätig sind, entscheidend. Das Verständnis der Regelungen zu Arbeitszeiten, Überstunden und Ruhezeiten gewährleistet die Einhaltung der Vorschriften und fördert positive Beschäftigtenbeziehungen. Das kolumbianische Arbeitsrecht setzt klare Standards für die maximal zulässige Arbeitszeit eines Mitarbeiters und schreibt spezifische Regelungen für die Vergütung von Arbeit außerhalb dieser Grenzen oder während außerplanmäßiger Stunden wie Nächte, Wochenenden und Feiertagen vor.
Die Einhaltung dieser Vorschriften ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern auch ein wichtiger Aspekt verantwortungsvoller Beschäftigungspraxis. Arbeitgeber müssen sorgfältig die Arbeitszeit erfassen, eine angemessene Vergütung für Überstunden und Sonderstunden berechnen und sicherstellen, dass die Mitarbeitenden ihre gesetzlichen Ruhezeiten erhalten.
Standard-Arbeitszeiten und Arbeitswoche
Das kolumbianische Arbeitsrecht legt eine maximale Standard-Arbeitswoche fest. Ab 2023 beträgt die maximale reguläre Arbeitszeit 47 Stunden. Dieser Grenzwert ist Teil eines schrittweisen Reduktionsprozesses von 48 Stunden pro Woche, mit dem Ziel, bis 2026 auf 42 Stunden pro Woche zu kommen. Für 2025 bleibt die maximale reguläre Arbeitszeit bei 46 Stunden.
Die Verteilung dieser Stunden auf die Woche ist flexibel, vorausgesetzt, dass die maximale tägliche Grenze nicht überschritten wird, die typischerweise bei 9 Stunden pro Tag liegt, obwohl Ausnahmen bestehen, die je nach Bedingungen bis zu 10 Stunden pro Tag erlauben, solange die Wochenmaximale eingehalten wird. Die Standard-Arbeitswoche kann auf fünf oder sechs Tage verteilt werden.
Überstundenregelungen und Vergütung
Arbeit, die über die reguläre maximale Wochenarbeitszeit (46 Stunden in 2025) hinausgeht, gilt als Überstunden. Überstunden müssen genehmigt sein und unterliegen spezifischen Grenzen sowie Vergütungssätze. Die maximale tägliche Überstundenanzahl beträgt grundsätzlich 2 Stunden, und die maximale Wochenüberstundenanzahl 12 Stunden.
Die Vergütungssätze für Überstunden variieren je nachdem, wann die Überstunden geleistet werden:
| Art der Überstunden | Satz (Prämie auf den normalen Stundenlohn) | Gesamter Stundenlohn (in % des Normallohns) |
|---|---|---|
| Tagesüberstunden | +25% | 125% |
| Nachtüberstunden | +75% | 175% |
| Sonntags-/Feiertagsüberstunden | +100% (75% Sonntag/Feiertag + 25% Überstunden) | 200% |
| Sonntag/Feiertag Nachtüberstunden | +150% (75% Sonntag/Feiertag + 75% Überstunden) | 250% |
Hinweis: Diese Raten werden auf den regulären Stundenlohn angewendet.
Ruhezeiten und Pausenansprüche
Mitarbeitende haben Anspruch auf gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten. Eine tägliche Ruhezeit ergibt sich aus der maximalen täglichen Arbeitszeit. Zusätzlich steht den Mitarbeitenden ein gesetzlich vorgeschriebener bezahlter wöchentlicher Ruhetag zu, in der Regel Sonntag. Wenn ein Mitarbeitender an seinem festgelegten Ruhetag oder an einem öffentlichen Feiertag arbeitet, hat er Anspruch auf einen Ausgleichstag oder eine Prämienvergütung, wie im entsprechenden Abschnitt unten beschrieben. Während bestimmte bezahlte Pausen während des Arbeitstages (wie Kaffeepausen) gesetzlich nicht einheitlich vorgeschrieben sind, ist eine Pause für Mahlzeiten gängige Praxis und kann durch interne Unternehmensrichtlinien oder Kollektivvereinbarungen geregelt sein.
Nacht- und Wochenendarbeit Regelungen
Arbeit, die während der Nachtschicht, sonntags oder an öffentlichen Feiertagen verrichtet wird, unterliegt einer Prämienvergütung, auch wenn sie keine Überstunden darstellt. Die Nachtschicht gilt im Allgemeinen von 21:00 Uhr bis 6:00 Uhr.
Die Vergütung für Arbeit während dieser besonderen Zeiten umfasst:
- Nachtarbeit: Eine Prämie von 35% auf den regulären Stundenlohn für Stunden zwischen 21:00 Uhr und 6:00 Uhr.
- Arbeit an Sonntagen oder Feiertagen (Tag): Eine Prämie von 75% auf den regulären Stundenlohn.
- Arbeit an Sonntagen oder Feiertagen (Nacht): Eine Prämie von 75% für die Sonntags-/Feiertagsarbeit plus die 35% Nachtprämie, insgesamt 110% Prämie auf den regulären Stundenlohn.
Diese Prämien kumulieren mit Überstundenvergütung, falls die Arbeit in diesen Stunden auch die standardmäßige Wochenarbeitszeit übersteigt.
Aufzeichnungspflichten für die Arbeitszeit
Arbeitgeber in Kolumbien sind gesetzlich verpflichtet, genaue Aufzeichnungen über die Arbeitsstunden ihrer Mitarbeitenden zu führen. Dies umfasst die Dokumentation des Arbeitsbeginns und -endes sowie aller geleisteten Überstunden. Diese Aufzeichnungen sind wesentlich, um die Einhaltung der Maximalzeiten nachzuweisen, die korrekte Berechnung des normalen Lohns, der Überstundenvergütung und der Prämien für Nacht-, Sonntag- und Feiertagsarbeit sicherzustellen. Die Aufzeichnungen müssen den Arbeitsbehörden auf Verlangen vorgelegt werden können. Die Implementierung zuverlässiger Zeiterfassungssysteme ist eine zentrale Compliance-Anforderung für alle Arbeitgeber.
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