Beschäftigung von Personen in Kuwait erfordert ein umfassendes Verständnis der lokalen Arbeitsgesetze und der kulturellen Erwartungen bezüglich Mitarbeiterleistungen und -ansprüche. Ein gut strukturiertes Vergütungs- und Leistungspaket ist entscheidend, nicht nur für die rechtliche Konformität, sondern auch, um Talente in einem wettbewerbsintensiven Markt anzuziehen und zu halten. Die Beachtung dieser Anforderungen gewährleistet reibungslose Abläufe und fördert positive Mitarbeiterbeziehungen, was zum Geschäftserfolg in der Region beiträgt.
Das Verständnis sowohl der gesetzlich vorgeschriebenen Bestimmungen des kuwaitischen Arbeitsgesetzes als auch der gängigen Praktiken hinsichtlich zusätzlicher Leistungen ist für jeden Arbeitgeber unerlässlich. Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben ist nicht verhandelbar, während die Angebotserweiterung um wettbewerbsfähige optionale Leistungen die Attraktivität eines Arbeitgebers erheblich steigern kann.
Gesetzlich vorgeschriebene Leistungen
Das kuwaitische Arbeitsgesetz schreibt mehrere zentrale Leistungen und Ansprüche für Mitarbeitende vor. Die Einhaltung dieser Bestimmungen wird streng überwacht, und Verstöße können erhebliche Strafen nach sich ziehen.
- Arbeitszeiten: Die reguläre Arbeitswoche beträgt 48 Stunden, also 8 Stunden pro Tag. Während des Ramadans werden die Arbeitszeiten für muslimische Mitarbeitende auf 36 Stunden pro Woche, also 6 Stunden pro Tag, reduziert. Überstunden sind gestattet, unterliegen jedoch speziellen Regelungen und Vergütungssätzen.
- Wöchentliche Ruhezeit: Mitarbeitende haben Anspruch auf mindestens einen vollen Tag bezahlte Ruhezeit pro Woche, in der Regel Freitag.
- Gesetzliche Feiertage: Mitarbeitende haben Anspruch auf bezahlten Urlaub an offiziell anerkannten gesetzlichen Feiertagen. Anzahl und Termine dieser Feiertage werden jährlich bekannt gegeben.
- Jahresurlaub: Mitarbeitende haben Anspruch auf 30 Tage bezahlten Jahresurlaub nach einem Jahr Beschäftigung. Dieser Anspruch wird mit 2,5 Tagen pro Monat erworben. Urlaub kann nicht länger als ein Jahr ohne Zustimmung des Mitarbeitenden übertragen werden.
- Krankheitstage: Mitarbeitende haben Anspruch auf Krankentage mit unterschiedlicher Bezahlung, abhängig von Dauer der Abwesenheit und Betriebszugehörigkeit.
- Erste 15 Tage: Voller Lohn
- Nächste 10 Tage: 75% Lohn
- Weitere 10 Tage: 50% Lohn
- Nächste 10 Tage: 25% Lohn
- Weitere Tage: unbezahlt Krankentage erfordern ein ärztliches Attest.
- Mutterschaftsurlaub: Weibliche Mitarbeitende haben Anspruch auf 30 Tage bezahlten Mutterschaftsurlaub vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin und 35 Tage danach, vorausgesetzt, der gesamte Urlaub überschreitet nicht 65 Tage. Nach dem Mutterschaftsurlaub können bis zu vier Monate unbezahlter Urlaub gewährt werden.
- End-of-Service Indemnity (EOSI): Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses haben Mitarbeitende Anspruch auf eine EOSI-Zahlung. Die Berechnung hängt vom Vertragsart (befristet oder unbefristet) und dem Grund der Beendigung ab. Für Mitarbeitende mit unbefristeten Verträgen wird die Indemnität basierend auf der Dauer der Beschäftigung berechnet:
- Weniger als 5 Jahre: 15 Tage Zahlung für jedes Beschäftigungsjahr.
- 5 Jahre oder mehr: Ein Monatsgehalt für jedes Jahr. Die Gesamtsumme ist auf 1,5 Jahresgehälter begrenzt. Bei befristeten Verträgen wird die Indemnität anhand der Restlaufzeit des Vertrags oder der Beschäftigungsdauer berechnet, je nachdem, was für den Mitarbeitenden günstiger ist, typischerweise mit 15 Tagen Gehalt pro Jahr für die gesamte Dienstzeit. Kündigungsregeln beeinflussen ebenfalls den endgültigen Betrag.
- Kündigungsfrist: Arbeitgeber müssen vor der Beendigung des Vertrags eine Frist einhalten, außer bei grobem Fehlverhalten. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel drei Monate bei monatlich bezahlten Mitarbeitenden und kürzer bei wöchentlich oder täglich Bezahlten.
Die Einhaltung erfordert eine genaue Berechnung und Bereitstellung dieser Ansprüche, die Führung korrekter Aufzeichnungen und die Beachtung der im Arbeitsgesetz festgelegten Verfahren.
Gängige optionale Leistungen
Neben den gesetzlichen Vorgaben bieten viele Arbeitgeber in Kuwait zusätzliche Leistungen an, um qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Diese optionalen Leistungen sind häufig entscheidend im Arbeitsmarkt und beeinflussen die Erwartungen der Mitarbeitenden erheblich.
- Wohnungszulage: Eine häufig angebotene Leistung, oft als fester monatlicher Betrag oder Prozentsatz des Grundgehalts, um die Kosten für Unterkunft zu decken.
- Transportzulage: Wird gewährt, um Fahrkosten zu decken, entweder als fester Betrag oder durch Bereitstellung eines Firmenwagens.
- Jährlicher Flug: Viele Arbeitgeber stellen ein Rückflugticket ins Heimatland des Mitarbeitenden bereit. Diese Leistung wird hoch geschätzt, insbesondere bei Expatriates.
- Boni: Leistungsabhängige Boni, Jahresprämien (z.B. Ramadan- oder Eid-Boni) oder Gewinnbeteiligungen sind übliche Anreize.
- Bildungszulage: Einige Arbeitgeber übernehmen die Kosten für den Schulunterricht der Kinder der Mitarbeitenden oder gewähren Zuschüsse.
- Lebens- und Invaliditätsversicherung: Ergänzende Versicherungen über die obligatorische Krankenversicherung hinaus werden oft angeboten.
- Berufliche Weiterbildung: Unterstützung bei Schulungen, Zertifizierungen oder weiterführender Ausbildung.
Die Bereitstellung und das Niveau dieser Leistungen hängen häufig von Branche, Unternehmensgröße und Hierarchieebene ab. Wettbewerbsfähige Pakete beinhalten typischerweise eine Kombination aus diesen Zulagen und Leistungen zusätzlich zum Grundgehalt. Die Erwartungen der Mitarbeitenden sind hoch, insbesondere bei erfahrenen Fachkräften und Expatriates, die diese Leistungen oft als integralen Bestandteil ihres Gesamtvergütungspakets ansehen. Die Kosten variieren stark, abhängig von den angebotenen Leistungen und der Anzahl der Mitarbeitenden.
Krankenversicherung
Während der kuwaitische Staat öffentliche Gesundheitsdienste bereitstellt, sind Arbeitgeber in der Regel verpflichtet, private Krankenversicherungen für ihre Mitarbeitenden, insbesondere Expatriates, anzubieten. Dies ist ein zentraler Bestandteil des Leistungspakets.
- Anforderung: Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden Zugang zu Gesundheitsleistungen haben. Für Expatriates bedeutet dies in der Regel die Bereitstellung einer privaten Krankenversicherung. Kuwait führt außerdem ein verpflichtendes Krankenversicherungsprogramm (Dhaman) für ausländische Arbeitskräfte im privaten Sektor ein, das letztlich die Notwendigkeit für Arbeitgeber, separate private Versicherungen abzuschließen, ersetzen wird; die vollständige Einführung und Details für 2025 sollten beobachtet werden.
- Deckung: Standardmäßige vom Arbeitgeber angebotene Krankenversicherungen decken meist Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche und notwendige medizinische Behandlungen innerhalb eines Netzwerks von Krankenhäusern und Kliniken ab. Das Leistungsspektrum kann je nach gewähltem Tarif variieren.
- Kosten: Die Kosten für die Krankenversicherung trägt in der Regel der Arbeitgeber. Die Beiträge variieren je nach Alter, Geschlecht, Leistungsniveau und versichernder Gesellschaft sowie Tarif.
Die Sicherstellung einer gültigen Krankenversicherung ist eine zentrale Compliance-Anforderung. Arbeitgeber müssen Mitarbeitende bei einem anerkannten Anbieter registrieren und die Policen regelmäßig erneuern.
Renten- und Vorsorgepläne
Das primäre Renten- und Vorsorgesystem in Kuwait wird von der Public Institution for Social Security (PIFSS) verwaltet. Dieses System gilt für kuwaitische und GCC-Nationalmitarbeitende, die in Kuwait tätig sind. Expatriate sind in der Regel nicht durch die PIFSS-Rentenversicherung gedeckt, haben aber Anspruch auf End-of-Service Indemnity bei Beendigung.
- Abdeckung: Obligatorisch für kuwaitische und GCC-Nationalmitarbeitende.
- Beiträge: Die Beiträge werden monatlich auf Grundlage des Gehalts des Mitarbeitenden geleistet. Sowohl Arbeitgeber als auch Mitarbeitende leisten einen Prozentsatz des Gehalts an PIFSS:
- Arbeitgeberanteil: 11,5%
- Mitarbeitendenanteil: 10,5%
- Gesamtrate: 22%
- Leistungen: Das System bietet Altersrenten, Invaliditätsleistungen und Hinterbliebenenleistungen für berechtigte Personen.
Die Einhaltung verlangt eine ordnungsgemäße Anmeldung der berechtigten Mitarbeitenden bei PIFSS, korrekte Berechnung und Abzug der Beiträge sowie pünktliche Abführung an PIFSS durch Arbeitgeber und Mitarbeitende.
Übliche Leistungspakete nach Branche und Unternehmensgröße
Die Leistungspakete in Kuwait werden häufig von Branche und Unternehmensgröße beeinflusst. Während die obligatorischen Leistungen weitgehend standardisiert sind, variieren die optionalen Leistungen deutlich.
- Große Unternehmen/Multinationals: Diese bieten meist umfassende Leistungspakete, die die gesetzlichen Mindestanforderungen übersteigen. Typischerweise umfassen sie großzügige Wohn- und Transportzulagen, jährliche Flugtickets, umfangreiche Krankenversicherungen (oft auch für Angehörige), Lebens- und Invaliditätsversicherung sowie potenzielle Boni oder Gewinnbeteiligungen. Sie setzen oft Branchenstandards.
- KMU: Kleine und mittlere Unternehmen bieten möglicherweise weniger optionale Leistungen als große Firmen, müssen aber alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Optione Leistungen könnten sich auf grundlegende Zulagen wie Unterkunft und Transport sowie eventuell jährliche Flüge für Expatriates beschränken. Ihre Möglichkeit, umfangreiche Leistungen anzubieten, ist meist durch Kosten begrenzt.
- Branchenspezifische Unterschiede:
- Öl & Gas, Banken & Finanzen: Diese Branchen sind bekannt für ihre wettbewerbsfähigen und lukrativen Leistungspakete, was die hohe Wertschätzung für qualifizierte Fachkräfte widerspiegelt. Pakete beinhalten oft hohe Zulagen, bedeutende Boni und umfassende Versicherungen.
- Bauwesen, Einzelhandel und Gastgewerbe: Die Leistungen entsprechen meist eher den gesetzlichen Vorgaben, und optionale Leistungen sind weniger umfangreich, besonders bei Einstiegspositionen. Zulagen werden möglicherweise gewährt, aber oft zu geringeren Raten als in höher bezahlten Branchen.
Das Verständnis dieser Unterschiede ist essenziell für Arbeitgeber, um wettbewerbsfähige Pakete zu gestalten, die branchenüblichen Standards und Mitarbeitenden-Erwartungen entsprechen, während die Kosten im Griff bleiben. Benchmarking mit ähnlichen Unternehmen derselben Branche und Größe ist eine gängige Praxis.
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