Australiens Arbeitsrechtsrahmen, der hauptsächlich durch die National Employment Standards (NES) im Rahmen des Fair Work Act 2009 geregelt wird, bietet Beschäftigten eine Reihe von Mindestrückstellungsansprüchen. Diese Standards stellen sicher, dass Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte verschiedene Arten von Urlaub ansammeln und zugreifen können, einschließlich Jahresurlaub, persönlicher/Betreuungstage und Elternurlaub, und bieten wichtige Schutzmaßnahmen sowie eine ausgewogene Work-Life-Balance. Gelegenheitsbeschäftigte haben im Allgemeinen andere Ansprüche, erhalten meist eine Zuschlag auf ihr Gehalt anstelle bezahlten Urlaubs.
Das Verständnis dieser Mindestansprüche ist für Arbeitgeber, die in Australien tätig sind, von entscheidender Bedeutung, da sie die Basis für alle Arbeitsverträge, Award- und Tarifvereinbarungen bilden. Während Awards und Vereinbarungen möglicherweise großzügigere Bedingungen vorsehen, dürfen sie nicht weniger als dieNES-Mindestbestimmungen bieten. Die korrekte Verwaltung dieser Urlaubsarten ist wesentlich für die Einhaltung der Vorschriften und die Aufrechterhaltung positiver Mitarbeiterbeziehungen.
Jahresurlaub
Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte in Australien haben Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub, der es ihnen ermöglicht, eine Auszeit für Erholung und Freizeit zu nehmen. Dieser Urlaub wird im Laufe des Jahres kontinuierlich basierend auf den regulären Arbeitsstunden des Mitarbeiters angesammelt.
- Mindestanspruch: Vollzeitbeschäftigte haben Anspruch auf 4 Wochen bezahlten Jahresurlaub pro Jahr. Teilzeitbeschäftigte erhalten einen anteiligen Anspruch basierend auf ihren Stunden.
- Ansammlung: Urlaub wird kontinuierlich angesammelt und wächst von Jahr zu Jahr, wenn er nicht genommen wird.
- Urlaubsnahme: Arbeitnehmer können Jahresurlaub nach Vereinbarung mit ihrem Arbeitgeber nehmen. Arbeitgeber können eine Urlaubsanfrage nicht unangemessen ablehnen.
- Zahlung: Arbeitnehmer müssen während des Jahresurlaubs ihren Grundsatzlohn für die regulären Stunden erhalten. Regelungen im Award oder in der Vereinbarung können eine Zahlung des Urlaubszuschlags (typischerweise 17,5%) zusätzlich zum Grundgehalt vorsehen.
- Auszahlung: Jahresurlaub kann nur ausgezahlt werden, wenn eine Award- oder Tarifvereinbarung dies zulässt und bestimmte Bedingungen nach dem Fair Work Act erfüllt sind.
Gesetzliche Feiertage und Beobachtungen
Arbeitnehmer sind berechtigt, an gesetzlichen Feiertagen ohne Gehaltsverlust der Arbeit fernzubleiben, vorausgesetzt, der Tag wäre sonst ein Arbeitstag für sie.
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Nationale gesetzliche Feiertage 2026:
- Neujahrstag: Donnerstag, 1. Januar
- Australia Day: Montag, 26. Januar (beobachtet)
- Karfreitag: Freitag, 3. April
- Ostermontag: Montag, 6. April
- Ostersonntag: Sonntag, 5. April
- Ostermontag: Montag, 6. April
- ANZAC Day: Samstag, 25. April
- Weihnachten: Freitag, 25. Dezember
- Boxing Day: Samstag, 26. Dezember (Boxing Day Feiertag beobachtet Montag, 28. Dezember)
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Variationen nach Bundesstaaten und Territorien: Zusätzlich zu den nationalen Feiertagen hat jeder Bundesstaat und jedes Territorium eigene Feiertage. Diese können Labour Day, Queen's Birthday (seit 2023 King’s Birthday) und andere lokale Feiertage umfassen. Die genauen Daten variieren je nach Jurisdiktion.
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Arbeiten während der gesetzlichen Feiertage: Wenn ein Arbeitnehmer an einem gesetzlichen Feiertag arbeitet, hat er in der Regel Anspruch auf Strafzahlungen gemäß seinem Award oder Vertrag. Ein Arbeitgeber kann verlangen, dass ein Arbeitnehmer an einem Feiertag arbeitet, aber der Arbeitnehmer kann die Arbeit ablehnen, wenn die Anfrage unangemessen ist.
Policies und Bezahlung für Krankheitsurlaub
Bezahlter Krankheitsurlaub, offiziell bekannt als persönliche/Betreuungstage unter den NES, ermöglicht es Arbeitnehmern, sich bei Krankheit oder Verletzung freizustellen (persönliche Urlaubstage) oder wenn sie sich um ein unmittelbares Familienmitglied oder Haushaltsmitglied kümmern müssen, das krank, verletzt oder von einem unerwarteten Notfall betroffen ist (Betreuungstage).
- Mindestanspruch: Vollzeitbeschäftigte haben Anspruch auf 10 Tage bezahlten persönlichen/Betreuungstag pro Jahr. Teilzeitbeschäftigte erhalten einen anteiligen Anspruch.
- Ansammlung: Dieser Urlaub wird fortlaufend angesammelt und wächst von Jahr zu Jahr.
- Urlaubsnahme: Arbeitnehmer müssen ihren Arbeitgeber so bald wie möglich über ihre Abwesenheit und den Grund informieren. Bei Bedarf müssen sie Nachweise (wie ein ärztliches Attest) vorlegen.
- Zahlung: Arbeitnehmer erhalten während des persönlichen/Betreuungstages ihren Grundsatzlohn für die regulären Arbeitsstunden.
- Unbezahlte Betreuungstage: Arbeitnehmer haben zudem Anspruch auf 2 Tage unbezahlten Betreuungstages pro Anlass, wenn ihre bezahlten persönlichen Betreuungstage aufgebraucht sind.
- Mitgefühlsurlaub: Arbeitnehmer haben Anspruch auf 2 Tage bezahlten Mitgefühlsurlaub (auch Trauerurlaub genannt) pro Anlass, wenn ein nahes Familienmitglied oder Haushaltsmitglied stirbt oder eine lebensbedrohliche Krankheit oder Verletzung erleidet. Dies ist ein separates Recht, unabhängig von persönlichen/Betreuungstagen.
Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Ansprüche auf persönliche/Betreuungstage und Mitgefühlsurlaub:
| Urlaubsart | Anspruch (Vollzeit) | Ansammlung | Zahlungsgrund | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| Persönliche/Betreuungstage | 10 Tage pro Jahr | Ja | Grundsatzlohn | Pro-rata für Teilzeit; benötigt Vorankündigung/Nachweis |
| Unbezahlte Betreuungstage | 2 Tage pro Anlass | Nein | Unbezahlt | Wenn bezahlter Urlaub erschöpft ist |
| Mitgefühlsurlaub | 2 Tage pro Anlass | Nein | Grundsatzlohn | Bei Tod/lebensbedrohlicher Krankheit eines Familien-/Haushaltsmitglieds |
Elternurlaub
Die NES gewähren Arbeitnehmern einen Anspruch auf unbezahlten Elternurlaub. Zusätzlich können berechtigte Arbeitnehmer Zahlungen im Rahmen des Australian Government's Paid Parental Leave-Programms erhalten.
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Unbezahlter Elternurlaub (NES):
- Anspruch: Arbeitnehmer haben Anspruch auf 12 Monate unbezahlten Elternurlaub. Sie können zusätzlich 12 Monate unbezahlten Urlaub beantragen.
- Berechtigung: Gilt für Arbeitnehmer, die mindestens 12 Monate ununterbrochene Dienstzeit beim Arbeitgeber unmittelbar vor Beginn des Urlaubs absolviert haben. Dies gilt für schwangere Arbeitnehmer, Partner einer schwangeren Person oder Adoptiveltern.
- Gleichzeitiger Urlaub: Partner können bis zu 8 Wochen ihres unbezahlten Elternurlaubs gleichzeitig nehmen.
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Bezahlter Elternurlaub (Regierungsprogramm):
- Es handelt sich um eine staatlich finanzierte Zahlung, keine vom Arbeitgeber gewährte Urlaubsleistung im Rahmen der NES.
- Berechtigung: Voraussetzungen hinsichtlich Residency und Arbeit sind zu erfüllen.
- Zahlung: Bezahlt zum nationalen Mindestlohn.
- Dauer: Ab Juli 2024 bietet das Programm bis zu 110 Tage (20 Wochen) Zahlungen, die zwischen berechtigten Elternteilen aufgeteilt werden können. Ab 1. Juli 2025 soll es auf 132 Tage (24 Wochen) steigen, ab 1. Juli 2026 auf 156 Tage (26 Wochen).
- Rolle des Arbeitgebers: Arbeitgeber könnten verpflichtet sein, die staatlich geförderten Zahlungen an ihre berechtigten Mitarbeitenden zu leisten und das Zusammenwirken von unbezahltem NES-Urlaub und staatlicher Zahlung zu verwalten.
Weitere Urlaubsarten
Neben den Kernansprüchen sieht das NES sowie verschiedene Awards/Tarifvereinbarungen weitere Urlaubsarten vor.
- Langzeitdiensturlaub: Ein Anspruch, basierend auf langen Zeiträumen ununterbrochener Dienstzeit beim selben Arbeitgeber. Die Regelungen variieren je nach Bundesstaat oder Territorium und relevantem Award oder Vertrag. Im Allgemeinen sammelt sich dieser Urlaub nach 7 bis 15 Jahren an.
- Gemeinschaftsdiensturlaub: Dieser umfasst Urlaubsansprüche für Aktivitäten wie Jury-Dienst (wird vom Arbeitgeber für die ersten 10 Tage bezahlt, dann vom Staat) und freiwillige Notfalleinsätze (z.B. Bekämpfung von Buschbränden).
- Familien- und häusliche Gewalt: Arbeitnehmer haben Anspruch auf 10 Tage bezahlten Familien- und häuslichen Gewalturlaub pro Jahr. Dieser ist ein separater Anspruch, der jedes Jahr erneuert wird und nicht angesammelt wird.
- Studium/ Sabbatical: Diese sind keine Mindestsicherheiten im Rahmen der NES, können aber in modernen Awards, Tarifvereinbarungen oder individuellen Arbeitsverträgen geregelt sein. Die Ansprüche variieren stark je nach konkreten Bedingungen.
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