Beim Aufbau eines globalen Teams ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die Sie treffen, die Art des Beschäftigungsvertrags, den Sie anbieten. Zunächst einmal legen Verträge die Grundlage für Ihre Arbeitsbeziehung mit den Mitarbeitenden fest. Noch wichtiger ist, dass eine schriftliche Grundlage für Klarheit und Rechtssicherheit sorgt.
Allerdings kann die Wahl des richtigen Beschäftigungsvertrags schwierig sein, vor allem wenn Sie global einstellen. Wenn die Einhaltung von Vorschriften auf dem Spiel steht, müssen Sie die verschiedenen Arten im Detail kennen. Darüber hinaus hilft es, zu wissen, wie sie in unterschiedlichen Ländern Anwendung finden. Mit dem passenden Vertragstyp für global arbeitende Mitarbeitende können Sie Ihre Geschäftsziele besser mit den lokalen Gesetzen in Einklang bringen.
Arten von Beschäftigungsverträgen – welche Arten gibt es?
Beschäftigungsverträge liegen in verschiedenen Formen vor. Jede ist darauf ausgelegt, bestimmte Arbeitsarrangements und Geschäftsbedürfnisse abzudecken. Zum Beispiel bieten unbefristete Rollen Stabilität. Flexible Vereinbarungen sind ideal für kurzfristige Aufgaben. Das Verständnis dieser Vertragstypen hilft Ihnen dabei, den für jede Position passenden Vertrag zu wählen.
Beim globalen Hiring ist es entscheidend, die Unterschiede zu kennen und zu wissen, wann man sie anwendet, um eine effektive, regelkonforme Belegschaft aufzubauen.
Unbefristete Beschäftigungsverträge
Unbefristete Verträge sind die bei weitem gebräuchlichste Art des Beschäftigungsverhältnisses. Diese Verträge bieten langfristige Stabilität für sowohl den Employer of Record, den EOR, als auch den* Mitarbeitenden. Verträge legen Details fest wie Gehalt, Leistungen, Arbeitszeiten und Kündigungsbedingungen.
Beispielsweise beinhaltet ein unbefristeter Vertrag in der Regel obligatorische Leistungen wie Krankenversicherung und Rentenbeiträge, wenn Sie Vollzeitmitarbeitende in Deutschland einstellen. In Ländern wie Japan sind unbefristete Verträge häufig mit einer Erwartung der Arbeitsplatzsicherheit verbunden. Dadurch gestaltet sich eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses oft komplexer.
Unbefristete Verträge sind ideal, wenn Sie Mitarbeitende benötigen, die sich dauerhaft zu Ihrem Unternehmen verpflichten. Sie eignen sich gut für Positionen, die spezielle Fähigkeiten oder eine umfangreiche Schulung erfordern. Beispielsweise würde die Einstellung eines Softwareingenieurs für ein kritisches Projekt wahrscheinlich einen unbefristeten Vertrag rechtfertigen.
Befristete Arbeitsverträge
Befristete Verträge werden für Rollen mit klarem Enddatum eingesetzt, etwa projektbezogene oder saisonale Tätigkeiten. Diese Verträge legen die Dauer der Beschäftigung fest und können Verlängerungsoptionen enthalten. Zum Beispiel werden in den Vereinigten Königreichen befristete Verträge genutzt, um Mutterschaftsurlaub zu decken oder temporäre Projekte abzudecken. In Spanien müssen Arbeitgeber befristete Verträge genau rechtfertigen, da unsachgemäße Nutzung zu Strafen führen kann.
Befristete Verträge sind vorteilhaft, wenn Sie Ihre Belegschaft vorübergehend skalieren möchten. Sie können auf diese Vertragsart während der Hochsaison setzen. Zum Beispiel stellt ein E-Commerce-Unternehmen Kundendienstmitarbeiter für die Feiertage ein. Es ist jedoch wichtig, die rechtlichen Implikationen dieser Art der Einstellung zu verstehen.
Freelancer- und unabhängige Auftragnehmerverträge
Freelancer und Contractors agieren als selbstständige Unternehmer. Sie übernehmen bestimmte Aufgaben oder Projekte, ohne Teil Ihrer Gehaltsliste zu sein. Diese Vertragsart ist in Ländern wie den Vereinigten Staaten, wo die Gig-Economy stark gewachsen ist, weit verbreitet.
Einige Länder, wie Frankreich, haben jedoch strengere Regelungen. Diese sollen sicherstellen, dass Freelancer nicht fälschlich als Angestellte eingestuft werden. Vollzeitverträge beinhalten grundsätzlich verpflichtende Leistungen, die Freelancern verwehrt bleiben. Es ist wichtig, dass sowohl Länder als auch Unternehmen für eine faire Behandlung sorgen. Man will vermeiden, Benefits einzusparen, indem man jemanden als Freelancer anstellt, obwohl er eigentlich als Contractor of Record (COR) eingestuft werden sollte.
Freelance-Verträge sind ideal für spezialisierte, kurzfristige Bedürfnisse. Wenn Sie zum Beispiel einen Grafikdesigner brauchen, um Marketingmaterialien für eine Kampagne zu erstellen, ist eine Freelancer-Vereinbarung perfekt. Sie bietet die Flexibilität, die Sie benötigen, ohne langfristige Verpflichtungen einzugehen.
Teilzeitbeschäftigungsverträge
Teilzeitverträge eignen sich hervorragend für Rollen, die keine volle Arbeitswoche erfordern. Diese Verträge legen reduzierte Arbeitszeiten fest und können anteilige Leistungen enthalten. In Australien haben Teilzeitmitarbeitende oftmals denselben gesetzlichen Schutz wie Vollzeitbeschäftigte. Dazu gehören bezahlter Urlaub und Beiträge zur Superannuation. Im Gegensatz dazu gibt es in einigen Ländern, wie Indien, weniger Regelungen für Teilzeitarbeit.
Teilzeitverträge sind ideal für Rollen, bei denen Flexibilität entscheidend ist. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn Sie einen Social-Media-Manager einstellen, der einige Tage in der Woche Inhalte betreut.
Saisonale Verträge
Saisonale Verträge werden in Branchen mit schwankender Nachfrage eingesetzt, etwa in Landwirtschaft, Tourismus oder Einzelhandel. Zum Beispiel werden in Italien oft saisonale Arbeiter für die Weinlese eingestellt. Skigebiete in der Schweiz beschäftigen Personal während der Wintermonate. Einige Länder, wie die USA, bieten spezielle Visaprogramme für saisonale Arbeitskräfte an, was zusätzliche Compliance-Anforderungen mit sich bringt.
Wenn Ihr Geschäft vorhersehbare geschäftige Perioden hat, können saisonale Verträge hilfreich sein. Damit können Sie den erhöhten Bedarf decken, ohne langfristige Verpflichtungen einzugehen.
Zero-hour-Verträge
Zero-hour-Verträge bieten maximale Flexibilität bei keinen garantierten Arbeitsstunden. Mitarbeitende stehen in Bereitschaft und arbeiten nur bei Bedarf. Diese Verträge sind im Vereinigten Königreich üblich, vor allem in Branchen wie Gastgewerbe und Gesundheitswesen. Sie sind jedoch umstritten, da Bedenken hinsichtlich Jobsicherheit und Arbeitnehmerrechten bestehen. Zum Beispiel sind Zero-hour-Verträge in Frankreich kaum anerkannt, wo Arbeitsgesetze eher auf Stabilität setzen.
Diese Verträge sind nützlich, wenn Sie Arbeit auf Abruf brauchen, etwa bei der Einstellung von Eventpersonal für eine einmalige Konferenz.
Wie unterscheiden sich Beschäftigungsvertragstypen je nach Land?
Beschäftigungsverträge variieren erheblich aufgrund der lokalen Arbeitsgesetze und kulturellen Erwartungen. Zum Beispiel sind saisonale Verträge in Ländern mit landwirtschaftlicher Tradition wie Spanien und den USA üblich, in anderen Ländern aber möglicherweise nicht vorhanden.
Ebenso schreiben einige Länder, wie Brasilien, umfangreichen Schutz für Freelancer vor. Das erschwert die Nutzung von Contractors. Andere, wie Saudi-Arabien, haben spezifische Vorgaben für befristete Verträge. Diese beinhalten End-of-Service-Leistungen, falls der Vertrag nicht verlängert wird.
Vor der Einstellung sollten Sie die spezifischen Regelungen des Landes recherchieren, in dem Ihr* Mitarbeitende*r tätig sein wird. Das Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um die Einhaltung sicherzustellen und kostspielige rechtliche Probleme zu vermeiden. Eine Zusammenarbeit mit einem Employer of Record (/glossary/employer-of-record-eor/) oder einer Professional Employer Organization (PEO) kann das vereinfachen. Sie können entweder Partner werden, um die lokale Compliance in Ihrem Auftrag zu regeln.
Wie wählt man den richtigen Vertragsart?
Die Wahl des passenden Vertrags hängt von Ihren Geschäftsbedürfnissen, der Art der Rolle und dem Land ab, in dem der* die Mitarbeitende tätig sein wird.
Beginnen Sie mit der Betrachtung des Umfangs und der Dauer der Arbeit. Handelt es sich um eine langfristige Position mit konstantem Output? Ein unbefristeter Vertrag ist wahrscheinlich die beste Wahl. Geht es um ein kurzfristiges Projekt mit festem Ende? Ein befristeter oder Freelancer-Vertrag könnte besser passen.
Bewerten Sie als Nächstes die rechtlichen und kulturellen Normen des Landes. Wenn Sie zum Beispiel in Deutschland einstellen, sorgt ein unbefristeter Vertrag für die Stabilität, die Mitarbeitende erwarten. Ein Zero-hour-Vertrag könnte dagegen negativ gesehen werden. Umgekehrt ist die Selbstständigkeit in den USA weit akzeptiert und bietet die Flexibilität, die Ihr Geschäft braucht.
Schließlich sollten Sie Ihr Budget und Ihre administrativen Kapazitäten berücksichtigen. Unbefristete Verträge sind oft kostenintensiver wegen Leistungen und Schutzvorschriften. Freelancer-Verträge können die Kosten senken, erfordern aber eine sorgfältige Einstufung, um Strafen zu vermeiden.
Zusammenfassung der Vertragsarten
Das Verständnis der verschiedenen Beschäftigungsvertragstypen ist essenziell beim Aufbau eines globalen Teams. Jeder dient einem bestimmten Zweck, und die richtige Wahl hängt von Ihren Geschäftsmerkmalen, den Anforderungen der Rolle und der lokalen Arbeitsgesetzgebung ab. Wenn Sie sich die Zeit nehmen, Ihre Optionen und deren Konsequenzen zu verstehen, können Sie Vereinbarungen treffen, die sowohl für Ihr Unternehmen als auch für Ihre Mitarbeitenden Vorteile bringen. Bei Unsicherheiten kann die Zusammenarbeit mit einem Employer of Record (EOR) oder einer PEO die nötige Expertise bieten, um die Komplexitäten des globalen Hiring zu bewältigen.
FAQs
1. Warum unterscheiden sich Beschäftigungsvertragstypen in den Ländern?
Beschäftigungsvertragstypen unterscheiden sich aufgrund der jeweiligen nationalen Arbeitsgesetze, kulturellen Erwartungen und wirtschaftlichen Strukturen. Zum Beispiel sind Zero-hour-Verträge im Vereinigten Königreich üblich, in Ländern wie Frankreich jedoch stark reguliert oder nicht anerkannt.
2. Wann sollte ich einen befristeten Vertrag nutzen?
Befristete Verträge eignen sich ideal für Rollen mit festem Zeitplan, wie projektbezogene Aufgaben oder saisonale Positionen. Zum Beispiel eignen sie sich gut, um Mutterschaftsurlaub abzudecken oder zusätzliches Personal für eine Urlaubszeit einzustellen.
3. Wie kann ich die Einhaltung der lokalen Arbeitsgesetze sicherstellen?
Um die Einhaltung zu gewährleisten, recherchieren Sie die landesspezifischen Arbeitsgesetzte. Alternativ können Sie mit einem Employer of Record (EOR) oder einer PEO zusammenarbeiten. Diese Organisationen verwalten Verträge und sorgen für die Einhaltung vor Ort in Ihrem Namen.